Rittermahl in Edenkoben, im König-Ludwig-Keller

Ein romantisches Kellergewölbe, fröhliche Leute, reichgedeckte Tische mit leckerem Essen, lustige Spiele – die Zutaten waren perfekt für einen schönen Abend, an dem es viel zu lachen gab. Mit dabei waren auch 6 Fremde, die zu gern mal ein Rittermahl erleben wollten, aber zu sechst geht das halt nicht und es war ihnen nicht gelungen, andere Leute aus ihrem Bekanntenkreis zu motivieren. Für uns war das auch gut, denn damit hatten wir eine optimale Gruppengröße von 26 Leuten – Platz für drei Tische, Platz für die Spiele zwischen den Gängen, bei denen Punkte gesammelt und zum Schluss die Königin gekrönt wurde.

„So benimmt man sich nicht,“ tadelte Ritter Kunibert, der durch den Abend führte. Und schon steckte die erste mit den Händen für kurze Zeit fest in einem Holzgestell. „Und wer die Bedienung braucht, ruft laut ‚Brunhilde‘, damit die das in dem Krach auch hört.“ Das klappte wunderbar. Frisches Brot und würziges Schmalz stillten den ersten Hunger. Gar nicht so einfach, mit dem Holzbesteck zu hantieren, aber alle bekamen das gut in den Griff.

Danach wurde mit Pfeil und Bogen auf einen Apfel geschossen, anschließend stärkte man sich mit schön angerichteten Wurstplatten. War auch nötig, denn nun gab‘s einen etwas anderen Stuhlkreis zu bewältigen. Wer würde am längsten aushalten? Die Meute zählte eifrig mit und feuerte die Akteure an.

Der nächste Gang, eine kräftige Suppe. Und wieder brauchte man Kraft, diesmal in den Armen. „Die Männer bekommen einen Literkrug, die Frauen einen Krug mit einem halben Liter. Wer am längsten den Arm ausgestreckt hält, hat gewonnen.“ Gar nicht so einfach, ich probierte es mal außer Konkurrenz mit, ich hätte es nicht halb so lang ausgehalten wie die strahlende Siegerin Viola.

Der Hauptgang kam. Wirklich vorzüglich, das Fleisch, der Rotkohl, die Knödel. Jeder entwickelte eine Technik, um mit dem Holzbesteck klarzukommen. Für Veganer wäre es nicht das Richtige gewesen, den anderen schmeckte es um so mehr.
Das nächste Spiel: „Seht ihr das Holzbrett? Da sind sechs kleine Gläser drauf. Die müsst ihr mit dem Mund austrinken und wieder hinstellen. Die Hände dürfen nicht benutzt werden.“ Christa stellte sich als erste dieser Herausforderung, die sie mit Bravour bewältigte und für ihren Tisch Punkte sammelte. Auch Johannes bewies viel Gefühl beim Gläser austrinken und absetzen, während die Meute gespannt und laut anfeuernd das Geschehen verfolgte.

Die Nachspeise kam – arme Ritter mit Vanilleeis und Sahne. „Und jetzt brauchen wir drei bewegliche Freiwillige. Kommt mal mit.“ Die drei verschwanden und kamen kurze Zeit später in Ritterkostümen verkleidet zurück. Während dessen wurden die Vorbereitungen für den Limba-Tanz getroffen, das Discolight eingeschaltet und los gings. Unter tosendem Beifall wanden sich die Beweglichen unter der Stange durch, die immer tiefergelegt wurde.

Wer ist der Sieger? Es gab Gleichstand. Durch Hufeisenwerfen wurde entschieden. "Ihr habt zu wenig Schnaps getrunken", befand Ritter Kunibert. "Entweder ihr trinkt jetzt noch kräftig oder ihr lauft vor jedem Wurf dreimal um den Holzklotz herum." Alle drei wählten den Rundlauf. Auch hier wieder viel Spaß das klatschende Volk, die die Agierenden laut anfeuerten. Mir brannten schon die Handflächen.

Käseplatten wurden aufgetragen, das Discolight eingeschaltet und los gings mit dem Kalorienverbrennen. Eigentlich muss man diesen Tanz- und Discoteil extra buchen, aber wir bekamen das geschenkt :-)

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